Wochenausblick

23. November 2015

Die Rallye hält an

 

Trotz der Terrorgefahr präsentieren sich die Finanzmärkte mehr als stabil. Warum? Die transatlantischen Notenbanken beruhigen die Anleger mit niedrigen Zinsen und eine Alternative für Risikoaverse Investoren ist weit und breit nicht in Sicht. Diese Rahmenbedingungen könnten auch weiterhin den Börsen Rückenwind verschaffen.

 

Die Lage

Die geldpolitische Erwartung an die Fed und die EZB bestimmte das Geschehen an den Finanzmärkten, trotz der politischen Gefahren welche der Welt durch die Anschläge in Paris erneut vor Augen geführt wurden. Dabei zeigt sich das Spektrum der Erwartungen an die US Zinsentscheidung leicht verändert. Eine Mehrheit geht mittlerweile von eine kleinen Erhöhungen der Zinsen aus. Die Finanzmärkte zeigten sich aber davon unbeeindruckt. Auch der DAX zeigte sich in der letzten Woche wieder sehr robust. Die Marke von 11000 Punkten wurde im Deutschen Aktien Index sogar erneut geknackt. Auch andere Aktienmärkte folgten diesem Trend. Sollte also die US Notenbank ihre mittlerweile eingepreisten Zinserhöhungspläne in Minischritten durchführen und die europäische Notenbank EZB ihr Aufkaufprogramm gar verlängern, wird das die Finanzmärkte zum Ende des Jahres weiter anschieben. Die transatlantische Zinsschere geht weiter auseinander. Während in den USA die Zinsen eher ansteigen, visiert die EZB eine Ausweitung des Aufkaufprogramms an. Die Bekämpfung der Miniinflation von 0,2% in der Eurozone steht ganz oben auf der Prioritätenliste der europäischen Notenbank. US Zinsen hoch, Eurozinsen unten. Somit bleibt die Zins Schere zugunsten der USA offen und führt zu Kursabschlägen bei US-Treasuries und zum Stillstand bei Bundesanleihen. Das Euro/US Dollar Verhältnis  hat sich dabei nur moderat verändert. Ein Großteil der Entwicklung war zuvor bereits eingepreist worden.

Die Aussichten:

Der kurzfristige Aufwärtstrend bleibt zunächst erhalten. Ein goldener Herbst an der Börse ist nun sehr wahrscheinlich. Aber die Zinsfrage wird weiter diskutiert und lässt Raum für Spekulationen, was zu zwischenzeitlichen Unsicherheiten führen wird. Je unwahrscheinlicher eine starke US Zinserhöhung aufgrund der schwächenden Weltökonomie wird, desto wahrscheinlicher wird eine Jahresendrallye. Die Trendfarbe in diesem Herbst wird deshalb Grün werden. Grün ist die Hoffnung.

Bis zur Marke von 11220 Punkten hat der Dax nun Raum. Diese Marke gilt es aber zu knacken, sofern die Rallye weitere Unterstützung halten soll. Erst dann steht einer Fortführung der Rallye nichts im Wege.

 

Gemessen an den Vorgaben gestern Morgen gelang dem DAX eine ordentliche Kursentwicklung, die in einem kaum veränderten Schlusskurs gipfelte. In dem zu Wochenbeginn ausgeprägten „tweezer bottom“ sowie dem nach oben aufgelösten „inside day“ sehen wir deshalb weiter die Basis für einen Test der 200-Tages-Linie (akt. bei 11.070 Punkten). Zusammen mit dem im April etablierten Korrekturtrend (akt. bei 11.085 Punkten) bildet die langfristige Glättungslinie einen markanten Kreuzwiderstand. Einen Sprung über diese Hürden sehen wir unverändert als wesentlichen Katalysator für eine Weihnachts- bzw. Jahresendrally. Im Erfolgsfall dürfte das Aktienbarometer daher auch die nächsten Barrieren in Form der 61,8%-Korrektur der gesamten Verschnaufpause der letzten Monate (11.220 Punkte) und die Kurslücke vom 12. August (obere Gapkante bei 11.279 Punkten) hinter sich lassen. Als strategische Absicherung auf der Unterseite bietet sich die Kombination aus der Nackenlinie des zuletzt vervollständigten Doppelbodens, der Kurslücke vom 23. Oktober (10.587 zu 10.508 Punkte) und einem weiteren Fibonacci-Level (10.496 Punkte) an. Vorher fungiert bereits das Aufwärtsgap vom 17. November bei 10.764/83 Punkten als kleinere Unterstützung.

 

 

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