…nicht länger das Kind mit dem Bade ausschütten!!

Der Ruf der Öffentlichkeit nach Gerechtigkeit ist noch immer nicht verhallt. Zu sehr hat die letzte Wirtschaftskrise die Bürger in Mitleidenschaft gezogen. Verschwendung und Fahrlässigkeit in der Finanzbranche und Dilettantismus in der Politik haben schockiert und machten ein „weiter so“ unmöglich. Allerdings nur in Europa. In den USA sind Banken längst wieder von der Leine gelassen. Was wurde aus dem weltweiten Kampf gegen Gier und Maßlosigkeit nach der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008?

Lage

Ein System und dessen Manager hatten versagt und es galt verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen. Ziel war es wirksame Kontroll- und Sanktionsmechanismen im internationalen Finanzsystem einzuführen und die Verursacher der Krise an den Kosten beteiligen. Es wurden viele Optionen einer Finanzreform in der Öffentlichkeit diskutiert. Aber bereits kurz nach dem Pik des Schocks über die Dimension der Krise, verblasste bereits der Wille eine gemeinsame Regulierung der Märkte voranzutreiben. Die USA, Asien und Europa haben schlicht zu unterschiedliche Interessen im Finanzsektor, um gemeinsame Ziele auf Dauer umzusetzen. Und letztlich wurde nur ein Bruchteil dieser Ideen und Kontrollen international umgesetzt. So hat im riesigen Derivate Markt kaum eine Regulierung stattgefunden.. Durch die Zerstrittenheit nach der Krise entstanden verschiedene Modelle der Regulierung und so kam es zu einer unausgewogenen Entwicklung der Bankenbranchen in Asien und den USA einerseits und Europas andererseits. Die Banken in den USA und Asien haben inzwischen zu alter Größe zurückgefunden. 

Hauptsächlich war die EU fleißig im Regulieren, mit Deutschland als oberstem Gralshüter, und hat Unmengen neuer Kontrollen und Sanktionsmechanismen eingeführt. Dabei wurden Ziele und Absichten, die mit der Reform verfolgt wurden, aus den Augen verloren. Denn der Finanzsektor sollte sicherer und stabiler gemacht werden, um die Steuerzahler vor weiteren Exzessen der Märkte zu schützen. Aber die Überregulierung hat sich dafür,  nicht überraschenderweise, als unbrauchbar erwiesen und den Finanzsektor sogar geschwächt. Die Commerzbank und die Deutsche Bank können ein Lied davon singen. Nicht umsonst haben diese beiden deutschen Institute keine Verbesserung erfahren und keine steigenden Gewinne erwirtschaften können. Die Krise hält hier an. Große Management Fehler dürfen hier allerdings nicht unerwähnt bleiben. Trotzdem ertrinken heutzutage europäische Banken in Regulierung mit immensen Kosten. Die Bereiche mit den größten Personalzuwächsen der letzten Jahre sind die Compliance-Abteilungen der Banken, während im operativen Sektor konstant abgebaut werden muss, aufgrund der steigenden Kosten.

Um es auf den Punkt zu bringen. In Europa ist Banking mittlerweile viel zu teuer und deshalb heißen die Platzhirsche zum Beispiel in Frankfurt inzwischen in vielen Bereichen  JP Morgan, Goldman Sachs und nicht mehr Deutsche Bank oder Commerzbank. Aber es gibt keine politische Einsicht dazu. Der neueste Clou ist nun die Börsenumsatzsteuer, Diese hat auf internationalem Parkett keine Chance umgesetzt zu werden und dennoch beharrte die Bundesregierung bis zuletzt auf die Umsetzung dieser Steuer in Europa. Es ist gibt kein vernünftiges Verhältnis zwischen dem Aufwand und dem Ertrag einer solchen Maßnahme. Ein nationaler Alleingang wird nur den Finanzplatz Deutschland weiter schwächen. Und dennoch beabsichtigt der Finanzminister die Steuer über Finanztransaktionen in Deutschland einzuführen. Aber nur vordergründig um das Bankensystem stabiler zu machen, denn viel mehr sollen Steuerlöcher gestopft werden. Nicht Aktionismus sondern nachhaltige Reformen müssen Leidfaden bei der Umwandlung und der Kontrolle des Finanzsystems sein. So wurden die Auszahlungen der Banker Boni von langfristig risikobehafteten Finanzgeschäften auf Basis eines nachhaltigen Wirtschaftens zeitlich gestreckt. Die Eigenkapitalpuffer der Banken wurden vergrößert, damit in der nächsten Krise der Staat – und damit der Steuerzahler- nicht mehr sofort für Fehler aufkommen muss. Eine Bankeninsolvenz Recht wurde implementiert, um Eigentümer und Gläubiger der Banken zuerst in Haftung zu nehmen. Die hohen Fremdkapitalisierungsquoten großer Banken wurden reduziert, damit nicht länger gigantische Finanzräder gedreht werden können.

Es wurde ergo schon einiges erreicht. Aber man darf die Finanzwirtschaft in Deutschland und Europa nicht weiter mit Kosten überfordern, denn zu schwach und instabil ist die Finanzbranche mittlerweile. Ein gut funktionierendes Finanzsystem ist unerlässlich für uns, auch wenn der Staat dadurch ein Stück erpressbar ist. Und  Banken müssen wieder lernen, da sie als Dienstleister in erster Linie die Volkswirtschaften mit Krediten zu versorgen haben. Dann wären wir alle schon ein ganzes Stück weiter.



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